10. Jahrgangstufe der Lindenauschule setzt sich mit dem Thema Euthanasie im Nationalsozialismus auseinander

10. Jahrgangstufe der Lindenauschule setzt sich mit dem Thema Euthanasie im Nationalsozialismus auseinander

Direkt nach den Weihnachtsferien widmeten sich die Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe der Lindenauschule in Hanau-Großauheim einem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte.

Im Rahmen des Unterrichts im Fach Gesellschaftslehre zum Thema Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg unternahmen die Schülerinnen und Schüler eine Exkursion ins hessische Hadamar. Dort besuchten sie die Gedenkstätte und erfuhren während der Führungen auf eindringlichste Weise, wie die Menschen damals in Bussen zu diesem Ort des Grauens transportiert, dort entrechtet und schließlich umgebracht wurden.

Trotz Protesten seitens der Bevölkerung und der Kirchen im Jahr 1941 wurde dort und in anderen Einrichtungen in Deutschland – nach kurzzeitiger Aussetzung- weitergemordet. Über 10000 Menschen wurden in Hadamar gequält, vergast, totgespritzt, medikamentös um ihr Leben gebracht oder sind verhungert.

Den Angehörigen wurden nach der Ermordung sogenannte „Trostbriefe“ zugesendet. Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger wurden nach dem Krieg kaum rechtlich belangt und bestraft.

Auf den Ausflug nach Hadamar wurden die Schülerinnen und Schüler im Unterricht entsprechend vorbereitet. So gab es beispielsweise während eines kompletten Projektvorbereitungstages einen Vortrag von Geschichtslehrer Dr. Max Becker. Dieser erzählte eindrücklich von der Entrechtung und Ermordung behinderter Menschen im Dritten Reich. Ein anschließender Spielfilm vertiefte diese traurige Thematik nochmals.

Die Lindenauschülerinnen und -schüler waren während des gesamten Projekts beeindruckt, schockiert und gingen gleichermaßen sensibel und interessiert mit dem Thema um. Ihr Mitgefühl für die Opfer zeigten die 120 Jugendlichen in einer Gedenkrede und einer Schweigeminute. Außerdem legten sie am zentralen Gedenkort der Einrichtung Blumen nieder.

„So etwas darf nie wieder in Deutschland passieren, so etwas darf nie wieder Menschen angetan werden“, waren die abschließenden Worte einer Schülerin, die allen Lernenden aus dem Herzen sprach.

Der Besuch Hadamars soll auch zukünftig ein fester Bestandteil im Rahmen der Erinnerungskultur der Schule sein.

Steffen Schleicher

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