Großauheimer Schülerinnen und Schüler erinnern an ihre jüdischen Mitbürger

Großauheimer Schülerinnen und Schüler erinnern an ihre jüdischen Mitbürger

Am 09.November 2019 versammelten sich Großauheimer Bürgerinnen und Bürger zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung am Hans Gruber Platz im Stadtteil Großauheim, um ihrer jüdischen Mitbürger zu gedenken, die am 09.11. 1938 Großauheim verlassen mussten.

 Seit November 2015 steht dort eine Gedenktafel für die ehemaligen jüdischen Großauheimerinnen und Großauheimer.

Eingeladen hatte der Ortsvorsteher der Stadtteile Großauheim und Wolfgang, Reiner Dunkel, sowie Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 der evangelischen und katholischen Religionskurse der Lindenauschule mit ihren Lehrerinnen Esther Lang, Miriam Demirtas und Schulpfarrer Eckhard Kleppe, die dieses Gedenken mitgestalteten.

Während der Gedenkveranstaltung wurden Kurzbiographien von fünf Großauheimer Männern und Frauen von Schülern verlesen. Dabei wurde das Schicksal von Entrechtung, Emigration und Deportation in Erinnerung gerufen. Kerzen wurden entzündet und das jüdische Schma` Israel von den Religionskursen auf Hebräisch und Deutsch gesprochen.

Ein besonderer Moment des Innehaltens  kam vom ortsansässigen Lokalhistoriker Dr. Manfred Greb,  der an den letzten jüdischen Mitbürger Großauheims, Henry Hirschmann, erinnerte, der vor kurzem in den USA verstorben ist. Henry Hirschmann besuchte mehrere Male nach dem Krieg Großkrotzenburg und dort die ehemalige jüdische Synagoge, aber auch seine Heimatstadt Großauheim. Er war den Großauheimern sein ganzes Leben lang ohne Groll verbunden. Hirschmann, so Greb, lebte wahrhaftig Versöhnung, obwohl Familienangehörige in Konzentrationslagern ums Leben gekommen waren.

Nach einer Schweigeminute für Henry Hirschmann entzündete der evangelische Schulpfarrer Eckhard Kleppe eine weitere Kerze für die Großauheimer, die sich in der damaligen Zeit unter großer Gefahr für Leib und Leben für ihre jüdischen Mitbürger einsetzten, nicht wegschauten und so Zivilcourage zeigten.

Am Ende der Veranstaltung bedankte sich der Ortsvorsteher Reiner Dunkel bei den Schülerinnen und Schülern und wies nochmals daraufhin, wie wichtig diese Erinnerungskultur gerade in der heutigen, politisch unruhigen Zeit ist.

Die Lindenauschüler, so Dunkel, hätten diesen Menschen am heutigen Tag wieder ein Gesicht gegeben, sie in Erinnerung gerufen und ihnen ihre Würde wiedergegeben.

 

Für die Lindenauschule Steffen Schleicher

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